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Mittwoch, 26. September 2012

Borderlands 2




Shooter meets Diablo, Fortsetzung jetzt!

"Willkommen bei Borderline, Borderlands, Borderlinien 2, Grenzländer 2 - mein Name ist..." nicht Timm und wir sind hier auch nicht bei AltF4Games, aber so ungefähr hat sich der Einstieg eines netten COOP-Gameplays auf YouTube angehört, in dem der liebe Herr Timm und meine Wenigkeit sich ein bisschen im Spiel ausgetobt haben.

Auf den lieben Timm bin ich erst durch das Bloggen aufmerksam geworden, wir lernten uns kennen und unsere nun standardmäßig stundenlangen Games-Diskussionen in Skype mussten einfach irgendwann in ein gemeinsames Videoprojekt führen. Dieses hat er vergangenen Freitag veröffentlicht und mit einem Klick auf diesen Link seid ihr auch schon dabei, um euch einen kleinen Eindruck durch bewegte Bilder zu machen.
An dieser Stelle noch einmal ein GROßES Dankeschön an Timm, der mich auf ein Featuring eingeladen hat und mir es ermöglichte einen Gastauftritt in seinen Videos zu erhalten.
Wenn euch der mittlerweile auf YouTube schon recht bekannte Herr trotzdem nichts sagt, könnt ihr euch gerne auf seinem Channel von Reviews zu Shootern oder diversen Simulatoren- oder City Interactive-Spielen überzeugen lassen - der Name AltF4Games ist dabei natürlich Programm.
Da aufgrund des upgeloadeden Videos und Timm's Ansage, dass in den folgenden Tagen mein Review kommt (*grummel grummel* ;) ), ein bisschen Druck entstand das Spiel nun endlich fertig zu bringen, verbrachte ich in den letzten Tagen überwiegend viel Zeit mit der Solokampagne. Und das Ding bis heute fertig zu bringen, war zeitlich gesehen nicht gerade ein Zuckerschlecken - zu Rushen begann ich aber dennoch nicht. Dass das Game trotzdem einen typischen Suchtfaktor auslöst wie man ihn typischerweise von Diablo kennt, bringe ich euch nun näher.

Die Schauplätze können sich wirklich sehen lassen.



Hit the road, Jack!

Die Story von Borderlands 2 ist schnell erfasst: fünf Jahre nach den Ereignissen von Teil 1 (Schatzjäger suchten in Pandora den berühmten Vault, seine unendlichen Reichtümer und vernichteten mithilfe des Guardian Angel seinen fürchterlichen Bewacher, den "Destroyer") macht sich nun ein neues vierköpfiges Team als Schatzjäger sowohl auf die Suche nach einem neuen, noch viel größeren Vault als auch ans Werk den nun in Pandora als Diktator herrschenden Handsome Jack ein für alle Mal den Gar aus zu machen. Jack selbst hat erfolgreich das Gerücht in die Welt gesetzt er habe den Vault aus dem Vorgänger entdeckt und das Böse eigenhändig vernichtet und bezeichnet sich selbst als Helden von Pandora - klar, dass dieser Unfug ein Ende haben muss, aber früh genug erfährt man, dass man Jack nicht auf die leichte Schulter nehmen sollte... zumal er von seiner Art her verwandt mit dem Antagonisten aus Far Cry 3 sein muss.



Quests und Humor - Die großen Standpfeiler

Die deutschen Synchronstimmen kommen übrigens durch und durch ausgezeichnet rüber - allen voran Jack's Stimme (gesprochen von Kai Taschner), die nicht nur sehr authentisch das "böse Arschloch" rüberbringt, sondern auch herrliche Verrücktheit ausstrahlen kann. Denn genau das macht nicht nur ihn, sondern die ganze Welt, ja sogar die Quests aus, die euch erwarten. Zwar ist der Witz nicht so gezielt lustig wie in manchen Point & Clickadventures und blödelt eher rum, sodass man höchstens innerlich schmunzelt, aber dennoch ist er passend und unterhaltsam. So hat ein jeder hier irgendwie seine Fehler, weiß manche Sätze nicht zuende zu führen oder sammelt liebend gerne Pornoheftchen. Hier kann alles passieren und man weiß nie was für ein Schwachsinn hinter der nächsten Quest liegt - ein Hauptmotivationsgrund für mich hier alles entdecken zu wollen. DENN: man hat sich sichtlich Mühe beim Designen der Aufgaben gegeben. Zwar spielen wir hier immer noch einen Shooter mit Rollenspieleelementen und müssen deshalb meist nur irgendwas umbringen oder einsammeln, aber dennoch macht's einen Riesenspaß.

Questgeber werden meist cool inszeniert - Cutscenes gibt's aber leider arg wenig.
Na? Die Truppe kennt ihr vielleicht noch - im Vorgänger noch spielbar, jetzt NPCs.

So müsst ihr doch tatsächlich für Jack nach seiner Oma sehen und Blumen als Mitbringsel vorher pflücken. Oder ihr schießt einem Questgeber wie gewünscht in den Kopf - und habt augenblicklich die vor einer Sekunde gestartete Quest erfolgreich beendet. Oder ihr klaubt die aufgrund geistiger Umnachtung vom gierigen Waffenhändler Marcus Munition versehentlich verschickten "Geld zurück"-Garantien aus den Briefkästen der Begünstigten.
Zwar gibt es auch ganz klassisch "Shoote das Monster"-Missionen, allerdings immer begleitet durch einen saftigen Monolog des Questgebers, der einfach gut unterhält. Beispielsweise sammelt ihr für den Roboter Mal Kleidungsgegenstände von Menschen, nur damit er sie später anziehen und endlich wie ein Mensch sein kann. Das Einsammeln ist gewöhnlich, doch der Hintergrund und seine Kommentare die Motivation, ja sogar die eigentliche Belohnung, nach der ihr sucht.
Anders geht's auch in Quests, wo ihr als Detektiv bei einem Mord ermittelt, Zeugen befragt und anschließend den richtigen Täter auswählt / schnappt. Da muss man mal kurz nachdenken, aber falsch machen kann man leider eh nichts (jede Entscheidung führt zum erfolgreichen Abschluss) und diese Art Nebenmission bildet auch die einzige Ausnahme - sonst läuft alles stets nach ähnlichen Grundmustern.

Claptrap darf natürlich auch nicht fehlen - mitunter recht nervig, hat ihn doch im Grunde jeder lieb. Außer Timm. ;) Man beachte rechts die bekloppten Questziele.


Instand-Deaths and Micro-Level-Ups

Wäre aber dieser durchgeknallte Hintergrund nicht, würde ich mir persönlich durchaus überlegen Borderlands 2 überhaupt durchzuspielen. Kernelement ist natürlich das Leveling und das First Person Shooting. Wie anfangs erwähnt wählt ihr aus dem neuen Heldenvierergespann euren Helden - Salvador, der "Gunzerker" hat die Spezialfähigkeit für kurze Zeit in einen Raging Modus zu wechseln, in dem nicht nur sein Health aufgefrischt wird, sondern er auch noch eine Zweitwaffe gleichzeitig abfeuern kann und zudem noch Munition nachtankt. Er war übrigens auch wie ihr im Video oben sehen könnt, meine Wahl.
Alternativ gibt's noch Maya, die Feinde in lähmende Stasis werfen kann und wie eine Magierin wirkt. Der "Paladin" wäre Axton, ein typischer Soldat, der ein automatisches Geschütz beliebig platzieren kann und last but not least Zer0, der Assassine, welcher sowohl den Nahkampf mit Katana als auch den Fernkampf mit Sniperrifle beherrscht und mit einem Hologramm von sich selbst ablenkt und derweil unsichtbar agieren kann.
Wie schon aus Diablo oder anderen Hack'n'Slays bekannt, kloppt man sich wie gewohnt durch Scharen von Mobs, die immer wieder, sollte man eine Weile von bestimmten Kampfarealen fernbleiben oder das Spiel verlassen, respawnen und euch besonders beim erneuten Betreten von Gebieten zur Erfüllung einer Nebenmission gehörig auf den Sack gehen können. Auch strange ist es, dass sie aus "schwarzen Auren" erscheinen - zwar ist das nicht ganz so peinlich wie in Serious Sam gelöst (obwohl's da niemanden stört), doch hätte man das Spawnen im Kampf einfach mal sein lassen können. So passiert es euch immer wieder, dass Gegner plötzlich hinter euch stehen und eure geliebte Deckung zum sicheren Tod führt.
Denn der Tod ist ganz bestimmt euer bester Bekannter. Wer stirbt, riskiert nicht nur eine Mission mit Zeitlimit zu versemmeln, sondern auch sein Geld. Dieses wird beim Aufbau des neuen "New-U" prozentual vom aktuellen Besitz abgezogen - ist aber auch scheißegal, da ich ca. 300.000 Glocken zum Schluss hatte und NIE wusste, was ich damit kaufen sollte außer Munition und Heilung. Die Strafe ist also mild und stellt keine Bedrohung für den aktuellen Erfahrungspunktestand dar.


Jedenfalls sterbt ihr häufig, da die Feinde teilweise in überaus heftiger Anzahl unterwegs sind, recht zielgenau schießen und unglaublich viel Damage in kürzester Zeit verteilen. Euer so kostbar vor fünf Minuten geupgradeter Schild scheint um die nächste Ecke herum schon wieder völlig wirkungslos zu sein, da bereits nach zwei Salven vom Feind das Ding mit ca. 2000 Trefferpunkten einbricht. ZWEI-TAUSEND Hitpoints Schaden in so kurzer Zeit - das muss man sich mal reinziehen.
"Hallo, ich bin der..." *tot, respawn*...
Schlecht ist außerdem, dass die nötige Rückmeldung an den Spieler fehlt, wenn man kurz vor dem Exitus steht. Den in Fachkreisen auch "Bloody Screen" genannt - gibt's hier nicht. Auch wenn man 6000 Hitpoints hat, sind die in wenigen Sekunden aufgebraucht.
Zumal mächtigere Gegner in neuen Gebieten oft den bereits bekannten optisch identisch sind, aber einen höheren, lebensgefährlichen Level haben. Das suggeriert zunächst beim Spieler: "Hey... das Arschgesicht kenn' ich doch, eeeeeeeeeeeeeasy!" - und BÄM! - seid ihr tot. Ein absolutes Design-No-Go!
Übrigens: neben eurem Grundhealth, habt ihr einen Schild. Dieser lädt sich automatisch je nach Item schnell oder langsam auf, hat eine gewisse Anzahl an Trefferpunkten usw.. Eure Gesundheit bleibt standardmäßig unten - es sei denn ausgerüstete Items haben gewisse Boni es wie einen Schild ebenso automatisch aufzutanken. Außerdem ist es möglich einen Rettungskill auszuführen, der euch während der Sterbephase zurück ins Leben holt - Max Payne 3 lässt grüßen.


Das Armutszeugnis an Borderlands 2 sind aber die Skilltrees. Mein Salvador hatte drei davon mit jeweils 2 verschiedenen Skillästen - levelt man eine Ebene, schaltet man irgendwann die darunter frei - eine beliebige Auswahl von allen ist also nicht möglich. Da man pro Level nur einen Skillpoint kriegt und ich kurz vorm Endboss noch nichtmal ansatzweise bei der Hälfte eines Skillbaums war, frage ich mich: WHAT DA FUCK?! Warum soviele Optionen spendieren, wenn man sowieso niemals das untere Ende entdeckt - es sei denn man zockt das Spiel noch monatelang im netten COOP-Modus, bei dem ihr mit bis zu vier Freunden gegen dann stärker werdende Horden antreten könnt, um dann wiederrum bis auf Level 100 zu kommen.
But no shit - don't fuck around with the badass-ranking: neben den normalen Erfahrungspunkten hat man zusätzlich noch ein Belohnungsfeature eingebaut: den Badass-Rang!

Fies! - hier hat mich ein fieser Spiderant mit seiner Netzflüssigkeit angespuckt.

Sobald ihr Dinge tut wie eine bestimmte Anzahl der Viecher killen, eine bestimmte Anzahl Schatztruhen aufknacken oder einen bestimmten Betrag Geld einsammeln, erhaltet ihr Punkte, mit denen ihr parallel zu eurem eigentlichen Level levelt. Pro Anstieg gibt's einen "Token", mit dem ihr immer mal wieder zufällig angebotene Eigenschaften wie "Schusswaffenschaden", "Treffsicherheit" oder "Maximale Gesundheit" dauerhaft upgraden könnt. Der Hammer an diesem Schwachsinn ist, dass lediglich 0,5%-Steigerungen die Normalität sind und es sich bei meinem Level 32-Char auf maximal 5 bis 6 %-Optimierungen verschiedener Eigenschaften summiert hat.
Klasse, oder?

"Große Klappe, nix dahinter!", fällt mir bei der Schriftgröße nur ein.
Man spielt STUNDEN um STUNDEN um STUNDEN - und hat nachher ein belohnendes Ergebnis, dass man noch nichtmal ansatzweise spüren würde. Das ist wie als würde sich hinter der in der Ausbildungsbeschreibung stehenden Phrase "monatlich angemessene Vergütung" ein leckerer Bonbon verstecken anstatt die zum Überleben nötige Kohle.


Geh mir weg mit den Waffen!

Wie so oft in Diablo ist man mit dem Looten von neuen und besseren Items beschäftigt - Borderlands 2 macht da keinen Unterschied. So pries Gearbox übrigens mal an, dass es taaaaaaaaaaaaaausende von Waffen gibt und beworb das Produkt mit dieser Aussage als Kaufargument. Natürlich ist die Aussage Schwachsinn, da es zwar tausend verschiedenartige Items mit unterschiedlichen Eigenschaften gibt, allerdings reduziert sich die Handvoll Ballermänner nur auf: Pistole, MP, MG, Sniper, Shotgun, Rocketlauncher, Granaten. Das Besondere aber sind natürlich ihre Verhaltensweisen - so haben manche Waffen die Eigenart, dass sie ihr Aiming erst verbessern, umso länger man dauerfeuert (kein Scherz!) oder sie beim Nachladen weggeworfen werden und somit als Granate wirken - die Munition wird dann aber leider auch vergeudet.

Eine typische Schatzkiste. Nützlich: Die aktive Waffe wird stets mit dem liegenden Item verglichen.

Anhand verschiedener Parameter müsst ihr stets in eurem zunächst nicht ganz so übersichtlich wirkenden Inventar eure neuen Wummen vergleichen: Feuerrate, Nachladegeschwindigkeit, Schaden, Magazingröße, vor- oder nachteilige Effekte sind stets superwichtig - so kann eine vermeintlich großartige Wumme explizit stören, da ihre Munition beispielsweise erst wie eine Haftmine am Gegner klebt und dann später erst verzögert explodiert. Oder das Magazin ist zu klein und man muss schon recht früh nachladen - mitten im Gefecht meist sehr tödlich, kann aber gut Schaden austeilen.


Und so trefft ihr auf tausende Waffen und andere Ausrüstungsgegenständen (Granatenmods, die das Verhalten der Standardgranate verändern; Artefakte für Attributsboni oder Klassen-abhängige Mods) - anfangs noch "weiße", später auf verschiedenfarbige Objekte, die immer mehr spezielle Eigenschaften haben, also quasi "verzaubert" sind.
Da man aber oft keinen dauerhaften Nutzen in den Items sind, weil sie sehr häufig neben den Verbesserungen sehr schwerwiegende Verschlechterungen mit sich bringen, ist man ständig am Verkaufen (und häuft somit eine unbrauchbare Summe Geld an). Bis man mal wieder nützliche Sachen gefunden hat, vergehen Jahrzehnte und man klammert sich teilweise an eine Hauptwaffe - auch wenn man viere bei sich trägt, bringt meistens nur eine aktuell mit Abstand am meisten.
Und das kann neben Shotgun oder Assault Rifle auch mal eine Pistole sein. Gefühlt habe ich letztere zu 50% des ganzen Spiels genutzt, 40 % die Schrotflinte und lediglich Assault Rifle und Rocketlauncher zusammen die restlichen 10 %. Das ist für einen SHOOTER der reinste Witz - immerhin beißt man sich regulär an automatischen Knarren fest - was hier nicht unbedingt der Fall sein muss - je nachdem wieviel Glück man hat.


Und eben so wirkt dieses Spiel ein wenig eigenartig - zwar funktioniert das System und bringt das gewohnte Suchtgefühl, sodass man stundenlang immer noch wie gebannt vor dem Monitor sitzt, aber einzig und allein die charmanten Nebenmissionen sind Antriebsfeuer - die zigste Munitionskiste durchforsten, wo eh wieder unnützer Krempel drin liegt oder das x-te Gegnernest zerlegen ist irgendwann nur noch öde. Gerade, wenn der Schwierigkeitsgrad auf einmal drastisch anzieht und kleinere Gegner nur aufgrund ihres auf einmal höheren Levels vom ursprünglichen Mauerblümchen zur lebensbedrohlichen Gefahr werden.



Was es sonst noch so zu sagen gibt...

Zur Welt von Pandora an sich: ihr spielt wie schon in Teil 1 in einem - aus meiner Perspektive - sehr stimmig schönen Cel Shade-Look, der samt des absurden Humors ganz und gar nicht die FSK-18-Einstufung rechtfertigt. Die deutsche Version ist ungeschnitten - aber bis auf kleinere Blutfontönen fällt hier kein Arm ab, kein Kopf explodiert - nichts, das mich irgendwie ansatzweise an Soldier of Fortune-Qualitäten erinnert.
Die Welt ist in mehrere Abschnitte unterteilt - ihr reist also von einer Gebietsgrenze durch Drücken der Taste "E" zur nächsten - eine in sich verwobene offene Welt ist es also nicht ganz, freie Auswahl der Gebiete habt ihr allerdings schon.


Bis auf Shops und Questgeber gibt's da aber nicht viel zu entdecken - leider. Um euch aber auch schneller durch die hübsch designten Gebiete zu bewegen, könnt ihr in Garagenplätze kostenfrei eins von vier Gefährten spawnen lassen oder euch zum eurem weiter entfernt geparkten zurückteleportieren lassen. So könnt ihr größere Strecken nicht nur schnell zurücklegen, sondern auch Gegnerscharen mit Leichtigkeit vernichten - ob mit Sawblades oder geschleuderten Explosionsfässern - das stationäre Geschütz lässt sich auch während der Fahrt in alle Richtungen abfeuern.
Problem allerdings hier: ihr fahrt dorthin, wo ihr mit eurer Maus hinzeigt. Das ist aus absoluten Kindertagen und hat in diesem Spiel rein gar nichts zu suchen - so könnt ihr nicht mal eben an einer Schar Monster vorbeifahren und seitlich auf sie schießen - nein, ihr würdet stattdessen in ihre Richtung driften und euch der Gefahr aussetzen, dass euer Fahrzeug zerstört wird und ihr mitten in der Pampa erst einmal 10 Minuten bis zur nächsten Garage laufen müsst. Zwar regeneriert sich der Vierräder von selbst (was es hier nicht so alles gibt...), aber das dauert eine ganze Weile. Interessant am Fahrzeug-Fahren ist aber, dass ihr zwar in einem übermächtigen Buggy mit Tank-Eigenschaften sitzt und Feinde mit einem Fingerschnipps auslöschen könnt, doch erhaltet ihr dafür nur vergleichsweise wenig EXP im Gegensatz zur per pedes-Variante, die natürlich weitaus gefahrvoller ist.


Zusätzlich dazu könnt ihr übrigens noch euer Äußeres in speziellen Geschäften anpassen - und zwar kostenlos. Je nachdem was für ein Item ihr gefunden habt, schaltet ihr neue Skins frei - und zwar entweder Kopf- oder Clothes-Skins. Problem: die Auswahl an Köpfen ist gering und das was es gibt abscheulich und bei den Klamotten wechselt sich auch nur die Gesamtfarbe - selbst bestimmen ist hier nicht. Warum man hier lauter spezielle Namen wie "Raid-Raserei" oder "Smoke gets in your eyes" verwendet hat - nur um dann Bullshit ohne großen Unterschied zu anderen zu liefern, ist mir ein Rätsel. Dass ich beim Fahrzeug den pinken Skin ausgewählt haben wie im Screenshot oben zu sehen, ist dabei meine Antwort auf das überaus nützliche Skinauswahlspektrum.


Das vom Anfang ausgewählte Outfit war für mich immer noch das Beste - "Salvador-Kopf" mit "Grünen Ärmeln".



Sonstiges:

Schwachsinnige Arealbegrenzungen - hier wird uns charmant verdeutlich: GEH ZU FUß WEITER, MANN!
JESUS! Sehr strange mutet es an, dass man über Wasser laufen und fahren kann - als ob es zugefroren ist.
Cool: es gibt keinen Fallschaden. GERONIMOOOOO!
Tag- & Nachtwechsel inbegriffen. Außeroptische Auswirkungen? Nope.

Fazit:
Borderlands 2 ist ein gewaltig zweischneidiges Schwert. Wo Diablo 3 Dauerspaß macht und man es dem Spiel nur auf höheren Schwierigkeitsgraden anmerkt, dass man hier mit purer Klopperei und ohne Taktik wenig weiterkommt, langt Gearbox gleich zu und haut den Spieler mit einigen netten Features das ganze Spiel über immer wieder K.O..
So findet man beispielsweise abertausende Waffen, wo 999 total nutzlos sind und 1 vielleicht in Erwägung käme - nur um dann doch wieder durch bestimmte Eigenartigen wie Magazingröße, Nachladegeschwindigkeit oder fehlende Elementareffekte zum Verkauf freigegeben zu werden.
Dass die häufig gleichen Gegner nur mit höheren Leveln in neuen Gebieten auftauchen und dem Spieler zunächst "Gefahrlosigkeit" suggerieren, führt unter anderem zum schnellen Tod. Dieser ist übrigens keine Seltenheit - immerhin fehlt hier ein Bloody Screen, der eindeutig ankündigt: "SOFORT VERPISSEN!" und allgemein wirkt die eigene Ausrüstung entweder fehl am Platze (Bitte? Ich kämpfe im letzten Drittel des Spiels immer noch mit einem Revolver, weil der besser als eine Assault Rifle ist?) oder schlichtweg unnütz. Genauso verhält es sich mit den übergroßen Skilltrees, die einen samt der Badassverbesserungen nur geringfügig Vorteile verschaffen, sodass man sie im Prinzip nie bemerken kann. 5%-Verbesserungen von irgendeinem Schnulli kann man sich heutzutage getrost in den Allerwertesten stecken - hier muss man mit 20%-Zuwächsen starten und bei 75% aufhören. 100% Steigerung hieße ja DOPPELT so heftig - wenn ich aber nur HALB so stark wie meine Feinde bleibe, dann will man mich hier gehörig auf den Arm nehmen.
Gutes Stichwort, größter Pluspunkt: der Charme, den die durchgeknallten Charaktere und die Quests verteilen. Zwar lacht man sich nicht total kaputt, aber wird auf ungewöhnliche Art und Weise unterhalten und gern von liebenswürdigen Charakteren überrascht - hier weiß man nie was als Nächstes passiert und selbst Handsome Jack hat soviel Seele, wie ein Bösewicht nur haben kann.
Obwohl die negativen Parts überwiegen, kann man es nicht leugnen, dass Borderlands 2 Suchtpotenzial hat - irgendwie gibt man die Hoffnung nach besseren Items doch nicht auf, denn wenn man mal eins findet, haut's mitunter zunächst recht heftig rein.
Borderlands 2 beweist, dass nur neue leuchtende Items und Level-Upgrades am Laufenden Band präsentiert werden müssen, um den Spieler bei der Stange zu halten - ob die Qualität des Angebotes jetzt gut oder schlecht ist, macht nichts. Eingeschränkte Kaufempfehlung.

Kommentare:

  1. Ich weiß, das hat nichts mit dem Thema hier zutun, aber ich muss dir hier jetzt einfach schreiben und denk gerade nur "oh mein Gott, oh mein Gott, oh mein Gott"!!!!

    Wie hast du mich gefunden? Ich bin total perplext, dass mich jemand gefunden hat, der mich kennt. Vorallem kennst du mich ja nicht richtig und trotzdem wusstest du, wer ich bin. Ich fühle mich irgendwie enttarnt. Ich freue mich aber, dass du mir geschrieben hast! Hab deine langen Texte irgendwie vermisst ;) Hat jedenfalls damals Spaß gemacht bei Jappy mit dir zu debattieren.

    Glückwunsch zur bestandenen Ausbildung! Du ziehst nach Bayern ja? Schade, dass du wegziehst, aber ich kann dich verstehen und ich liebe Bayern. Möchte vielleicht irgendwann da auch mal hinziehen. Aber Berlin gefällt mir auch so gut ^^ Schwierig! Aber Urlaub mache ich da definitiv nochmal.

    Danke, dass du meinen Namen nicht verraten hast! Und danke für die Buchtipps! Schön, dass du mich da verstehst, dass ich nach tiefgründigen Dingen gesucht habe. Ich werde mir definitiv deine vorgeschlagenen Bücher mal anschauen!

    Liebe Grüße

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  2. So. Habe doch jetzt mich etwas auf deinem Blog umgeschaut. Als erstes ist mir aufgefallen, dass wir fast zeitgleich mit dem Bloggen angefangen haben :) Seltsam, oder?

    Du hast dich auf Games spezialisiert. Das finde ich gut ^^ Wobei mich da eher die Fazits interessieren (sagen schön kompakt die persönliche Meinung), da man sich ja meist schon vorher auf Gamezone oder ähnlichem über das Game informiert hat.
    Aber es steckt hier sehr viel Mühe dahinter und alles ist sehr schön ausgearbeitet. Gefällt mir :) Hast mich auch als Leserin dazugewonnen.

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  3. Hai Danke für deine liebe Bewertung beim Blog-Zug!!

    xx Marina
    Moments of my Universe

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  4. Vergesst dieses Review. Der Einwand mit den Waffen STIMMT einfach nicht. Die Badass-Verbesserungen bringen nicht viel, das stimmt; aber hier macht man viele kleine Fortschritte anstelle weniger großer. Das Skill-System ist in Ordnung, wenn man da auch mehr hätte rausholen können.

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    1. Ich glaub das ist Ansichts-, Glücks- bzw. Patchsache. Denke bitte mal an Diablo 3 zurück: Wie oft rennt man dort mit ein und derselben Waffe (ab Level 60) durch die Gegend und findet nur noch Schrott? Andere könnten durchaus besseres bewerten: Vielleicht wurde die Dropchance guter Waffen mittlerweile verbessert oder er hatte einfach pures Glück. Ich jedenfalls hab' Mistwaffen gefunden und im Addon "Tiny Tina's AODK" war's insgesamt genauso. Was meinst du wie viele der gefundenen Waffen einfach nur Müll waren?

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